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Mein Name ist Awauwi- und da geht es auch schon los mit den Erklärungen. Mein Name ist ein Mix - genau wie ich. Was gemischt wurde? Togo, das ist in Westafrika, und Deutschland. Keine Ahnung wo das hinführen soll - jedenfalls bin ich nirgendwo und doch in beiden Ländern zu Hause oder Ahomé wie man in Togo sagt.
Da sind wir auch schon beim Thema: Mein Name! In Togo heißen kleine Hunde in der Landessprache, die Ewe heißt, „Awouwi“- und in Deutschland sagen kleine Kinder zu einem Hund „Wauwau“. Man nehme von jedem Wort etwas und was kommt dabei heraus? „Awauwi“! Ich bin stolz auf meinen Namen, denn so heiße nur ich alleine auf der ganzen Welten.
Es sieht auch keiner so aus wie ich. Nicht genug, dass ich in beiden Ländern wohne, nein ich habe auch noch den Umriss von Afrika und von Europa auf meinem Rücken und ich bin halb hell und halb dunkel. Ich bin aber nichts Halbes, sondern ein Ganzes.
Warst du schon einmal in Afrika? Nein?
Komm wir fliegen nach Togo. Hast du Lust mitzukommen?
Wir müssen in Paris, das ist die Hauptstadt von Frankreich, das Flugzeug wechseln, um nach Lomé, das ist Hauptstadt von Togo, zu kommen. Der Flughafen Charles de Gaulle ist riesig. Ich habe vorher nie so einen großen Flughafen gesehen. Wir müssen ganz weit laufen zum Gate E. Gate ist so etwas wie ein Bahnsteig am Flughafen.
Wir fliegen nach Afrika und verlassen Europa, deshalb werden wir ganz gründlich von dem Flughafenpersonal kontrolliert. Mit einem Bus werden wir zu dem Flugzeug gefahren. Es ist so riesig, dass es nicht näher an den Flughafen kommen kann. Wir steigen in einen Airbus- wow. Es passen 335 Menschen in dieses Flugzeug. Es kann bis zu 13350 Kilometer fliegen und ist deshalb für Langstrecken gut geeignet. Wir müssen 4680 Kilometer fliegen. In einer Reisehöhe von 12.500 Metern geht es dann mit einer Geschwindigkeit von 880 Stundenkilometern los.
Im Flugzeug fällt mir auf, dass viele der Passagiere farbig sind. Warum sind manche Menschen schwarz und andere weiß? Ich frage mich was das für einen Sinn machen kann. Im Internet steht, dass die Menschen in Afrika mehr Pigmente haben, als die Europäer. Ein Pigment ist ein Farbstoff, der sich in der Haut befindet. Melanin heißen diese Pigmente. Die dunkle Haut sei ein Ergebnis der Anpassung an die starke Sonneneinstrahlung in Afrika.
Menschen, die viele Pigmente in der Haut haben, sind schwarz. Menschen, die nur wenig Mengen dieses Stoffes in sich tragen, sind weiß und Menschen, die irgendwas zwischen viel und wenig haben, sind braun oder gelb oder gelbbraun.
Afrikaner haben die meisten Pigmente. Wusstest du, dass sie keinen Sonnenbrand bekommen können? In Deutschland muss man Sonnenmilch nehmen. Das ist in Afrika nicht nötig, denn den Schutz bietet die Haut von alleine.
Ich werde aus meinen Gedanken herausgerissen, denn das Flugzeug setzt sich in Bewegung. Schwerfällig rollt es auf die Startbahn zu. „Fasten your seatbells- we are now ready to take off“ ertönt durch die Lautsprecher.
Das heißt „Bitte schnallen Sie sich an- wir sind nun startbereit“.
Mir kribbelt es im Bauch. Es geht los. Beim Start werde ich ganz schön fest in den Sitz gedrückt. Ich schaue aus dem Fenster und sehe Paris. Alles wird auf einmal ganz klein. Der Eifelturm erscheint unter mir. Paris sieht aus wie eine Miniaturwelt. Jetzt kann ich nichts mehr unter mir sehen, denn wir sind durch die Wolkendecke geflogen. Es wirkt als wäre unter mir jetzt ganz viel aufgewühlte Watte. Ich versuche etwas zu schlafen, Es geht nicht- ich bin viel zu aufgeregt. Das Bordpersonal bringt etwas zu essen. Ich könnte sogar einen Film anschauen, aber mich fasziniert es viel mehr den Bildschirm auf Flugroute einzustellen. Es wird mir angezeigt wie hoch wie schnell und wo wir gerade lang fliegen. Für mich ist es das erste Mal, dass ich die Welt von oben betrachten kann. Als meine Mutter mich aus Afrika mit nach Deutschland genommen hat, da war ich noch ein kleiner Welpe und in einer Kiste im Frachtraum. Jetzt geht es mir viel besser als damals.
Und ich habe ein riesiges Glück, die Wolkendecke unter uns löst sich auf. Wir befinden uns über dem Meer. In der Ferne sieht man eine kleine Insel. Mallorca- steht auf meinem Bildschirm. Oh!! Sieht das toll aus.
Wir fliegen weiter über das Mittelmeer.
Was ist das denn? Ich muss wohl doch kurz eingeschlafen sein. Plötzlich ist unter mir alles voller Sand. Wie ein großer Sandkasten sieht es aus. Ich möchte am liebsten kurz hier aussteigen und spielen. Ich gucke auf meinen Bildschirm „Sahara“ steht dort. Ich kann mich erinnern - ich habe schon einmal etwas von der Sahara gehört. Die Sahara ist mit neun Millionen Quadratkilometern die größte Wüste der Erde. Das entspricht etwa der Größe der gesamten USA oder der 26-fachen Größe Deutschlands. Ich bin total begeistert, denn jetzt weiß ich – ich bin schon über Afrika. Ich habe aus dem Flugzeug ein Bild für dich aufgenommen.

Es wäre so schön, wenn du neben mir sitzen könntest. Dann könnten wir uns gemeinsam freuen.
Auf meinem Bildschirm erscheint schon Togo. Wir haben Algerien und Mali überflogen und sind nun über Burkina Faso. Als nächstes kommt Togo. Plötzlich wird es ganz dunkel. Die Nacht bricht ein. Man - geht das im Flugzeug schnell. Jetzt kann ich kaum noch was erkennen.
Kleine Feuer kann man sehen und das ist auch das Einzige. Es gibt keine Straßenlaternen, Leuchtreklame, beleuchtete Häuser und umherfahrende Autos.

„Please, fasten your seatbells: We will arrive in Lomé in half an hour.” Das heißt “Bitte anschnallen, wir werden in einer halben Stunde Lomé erreichen“. Eine halbe Stunde noch! Mir kommt es vor wie eine Ewigkeit.“ Ich kann überhaupt nicht mehr still sitzen und ausgerechnet jetzt soll ich mich auch noch anschnallen. Die Stewardessen gehen durch die Gänge und kontrollieren, ob alles weggeräumt ist und alle Fluggäste angeschnallt sind. Jetzt wird das Licht im Flugzeug ausgeschaltet, damit der Pilot die Lampen auf der Landebahn erkennen kann. Mein Herz schlägt so doll wie noch nie. Unter mir ist Lomé – das ist die Hauptstadt von Togo. Die Stadt wirkt relativ dunkel und ruhig. Wir fliegen einen Bogen und jetzt verliert das Flugzeug ganz langsam und behäbig an Höhe. Es ruckelt heftig und schon sausen wir über die Landebahn. Geschafft- ich bin da!!
Unglaublich- jetzt kann mein großes Abenteuer beginnen.
Der Flughafen ist nicht so groß wie in Paris. Ich glaube, dass außer unserem Flugzeug im Moment kein anderes hier ist. Am Rand der Landebahn sitzen vier Männer. Sie kommen zu Fuß mit einer Rolltreppe auf uns zu.
Ich drängele mich nach vorne. Ich möchte raus und endlich afrikanischen Boden betreten.
Kannst du dir vorstellen, wie es sich anfühlt mit Kleidung in eine Sauna, in der gerade ein Aufguss gemacht wurde, zu laufen. Genauso fühle ich mich gerade. Hätte ich das gewusst, dann wäre ich langsamer ausgestiegen. Schnell laufen werde ich in diesem Land nicht mehr so viel ist jetzt schon klar.
Ich soll nicht stehen bleiben, signalisiert mir ein Mann. Er spricht ganz eigenartig. Ich kann ihn nicht verstehen, In Togo sprechen die Menschen, wenn sie die Amtssprache, also wenn sie offiziell mit jemanden sprechen französisch. Das kann ich nicht gut verstehen. Ewe, die Sprache, die alle Menschen untereinander sprechen, kann ich auch nicht. Das kann ja heiter werden.
Zum Glück wartet Jérôme auf mich. Das ist ein Freund meiner Mutter. Er kann bestimmt für mich übersetzten. Und ansonsten erzähle ich dir alles, was ich sehe. Dafür braucht man keine Sprache, sondern nur Augen und die habe ich ja.
Alle Menschen, die aus dem Flugzeug steigen werden kontrolliert. Sie müssen ihren Impfausweis abgeben. Ohne die vorgeschriebenen Impfungen darf man nicht einreisen. Die Gelbfieberimpfung gehört dazu. Das hört sich schon so gefährlich an. Ob man davon gelb wird? Als Hund bekomme ich die Menschenkrankheiten nicht. Ich muss nur gegen Tollwut geimpft sein.
Die Menschen müssen ihre Koffer öffnen und die Zollbeamten kontrollieren jedes Teil. Schon wieder Glück gehabt, ich brauche kein Gepäck. Ich trage das ganze Jahr über mein Fell. Manchmal gehe ich baden, aber nur wenn ich Lust habe.
Ich kann also unbemerkt weitergehen. Draußen vor der Tür stehen viele Menschen in bunten Kleidern.
Ein kleiner Junge bückt sich zu mir herunter und sagte: „Woezon- willkommen in Togo“ Ich fasse es nicht, er hat deutsch gesprochen und er meint mich! Direkt hinter dem kleine Jungen entdecke ich Jérôme. Man bin ich froh, dass ich ihn gefunden habe. Jérôme erklärt mir, dass er dafür sorgt, dass 100 Waisenkinder in die Schule gehen können. Samstags treffen sich alle 100 Kinder aus seinem Projekt und lernen dann etwas deutsch. Er verspricht mir, dass ich am nächsten Samstag mitgehen darf.